honigfee bittet auf die couch

das passiert, wenn man ohne kopf durch die stadt läuft

welcome back 2. Juni 2013

Filed under: leicht gesagt — honigfee @ 17:11

honigfee war verschollen.

zur abwechslung mal nicht in ihren eigenen gedanken, sondern in einem ganz echten, realen leben. es ging bergauf, bergab, bergauf. darüber hat sie ganz vergessen, dass sie diesen blog schreibt. oder besser, geschrieben hat. aber vielleicht kommt sie jetzt, da sie sich dieses ortes wieder erinnert hat, öfter her und spricht über alles. wer weiß.

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Gedanken02 29. Juni 2011

Filed under: gedankenspiele — honigfee @ 22:05
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Die Zukunft ist ein schwarzes Loch. Es ist manchmal sehr nah, und manchmal ein bisschen weiter weg, aber ich kann es immer sehen. Morgens wache ich manchmal auf und habe mein Leben verwirkt. Nicht, weil ich am Ende bin, sondern weil das schwarze Loch genau über mir heult und heult und heult. Es jagt mich sogar im Traum, wenn ich mich nicht wehren kann.

Früher war es jeden Tag so. Es gab mir einen letzten Kuss auf die Stirn, bevor es mich endlich in den Schlaf entließ, und war morgens wieder da. Wieso leben, dachte ich, wieso da sein, wenn es so wehtut? Wenn ich mich selbst dafür hassen muss, keine perfekte Puppe zu sein?

Bei jedem kleinsten Fehler war das schwarze Loch da, aus dem mir die Stimmen zuriefen, honigfee, riefen sie, honigfee, gib auf, du hast keine Chance. Du bist verloren. Du kannst nichts. DU KANNST NICHTS. GIB AUF.

Es tat weh, wenn die Stimmen das gesagt haben. Es tat so weh. Leben war eine Qual. Wieso soll ich aufstehen, wenn ich nichts habe, wofür es sich zu leben lohnt? Es war noch eine ganz kleine Flamme da. In mir drin, sehr tief vergraben unter vielen schwarzen Tüchern. 8 Wochen Ersttherapie, 20 Monate die Zweite, bisher 28 Monate die Dritte. So lange braucht es, alte Wunden erst aufzureißen, auszubluten und sich dann langsam wieder zusammenzubauen. Jetzt kann ich sagen: Ich habe es geschafft. Ich, honigfee, habe mich selbst neu erschaffen.

 

stadtmomente05 8. Januar 2011

Filed under: stadtmomente — honigfee @ 01:06
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An einer Bushaltestelle in meinem Kiez, sitz ich und beobachte zähneklappernd die Menschen, die aus dem Jobcenter kommen. Bei minus fünf Grad bin ich froh, dass ich gleich aufstehen und gehen kann. Neben mich setzt sich eine Frau. Blondiert, so alt wie ich (oder ein bisschen älter), redet. Mit ihrem kleinen Kind. Oder mit ihrem noch kleineren Baby. Oder mit dem Handy. Nee, redet mit mir, krieg ich dann mit. „Hach man“, redet sie, und „Oh naaaaaaain…“, und auch „Ohjeee…“

Zwischen den Zeilen schreit sie: „Frag mich, los frag mich was ich habe!“, aber ich reagiere nicht. Ein älterer Herr erbarmt sich dann. „Was haben Sie denn“, fragt er höflich. „Seit zwei Monaten renne ich jede Woche zu dem Scheiß-Jobcenter hin“, beginnt sie. „Und ich krieg einfach kein Geld. Ich habe vier Kinder, da kriegt man nicht so einfach einen Job, aber ich brauch doch Geld. Ich muss doch irgendwas essen, und meine Kinder“, sie verzweifelt. „Meine Freunde können mir kein Geld mehr leihen, und nächste Woche ist Weihnachten. Soll ich sagen, euch hat der Weihnachtsmann vergessen?“ Sie streichelt ihr kleines Kind. „Wie soll ich das denn meinen Kindern erklären?“

„Gehen Sie doch mal arbeiten“, sagt der Mann. Aber er will nur helfen, nicht vorwerfen. Die Mama aber merkt den unterschwelligen Vorwurf gar nicht.

„Wollte ich ja, aber die lassen mich nicht“, erklärt sie. „Meine Ausbildung ist zu lange her, und ich hab kein Recht auf eine Fortbildung. Scheiß-Jobcenter“, setzt sie hinzu. Irgendwo muss ein Fehler im System sein, denke ich, wenn es dem System egal ist, dass in einer Woche vier Kinder denken, dass der Weihnachtsmann sie nicht mehr lieb haben.

 

stadtmomente04 7. November 2010

Filed under: stadtmomente — honigfee @ 00:57
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In der S-Bahn Mittwoch abends. Ziemlich voll. Durch die schwitzenden Menschenmassen – draußen plus fünf, hier drinnen plus dreißig – bahnt sich ein Gitarrenspieler seinen Weg. Er wird angerempelt, und lächelt nur. Er bleibt genau vor mir stehen, und beginnt zu spielen. „I’m yours“. Ist schön, leises Spiel zu leisem Gesang. Ich mag es. Er ist nett. In meiner Vierer sitzt noch ein älteres (eher schon altes) Pärchen. Die Frau: Weißes Haar, der Mann: schütteres weißes Haar. „Eine Unverschämtheit, dieser Lärm“, mosert er. „Noch nichtmal meinen Reiseführer kann ich lesen“, ergänzt sie. Wütende Blicke blitzen dem Gitarrenspieler entgegen. Er reagiert nicht, lächelt nur. „Unverschämt!“, bellt er. Lauter als vorher. Und dann, als der Gitarrenspieler noch nicht reagiert, zeigt er ihm den Mittelfinger. Ein Herr gesetzteren Alters, im Anzug, mit weinroter Krawatte, zeigt in einer öffentlichen S-Bahn den Mittelfinger. Der Sänger endet sein Spiel. „Und ich bedanke mich auch bei allen, die ich vielleicht belästigt habe,“ lächelt er. Ich drücke ihm achtzig Cent in die Hand. „Entschuldigung auch im Namen der beiden Herrschaften, die zu gut sind für uns“, sage ich. Er sagt nichts. Er lächelt nur.

 

stadtmomente03 24. Oktober 2010

Filed under: stadtmomente — honigfee @ 12:33
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In einem Edeka-Markt arbeiten ArbeiterInnen, die morgens noch nicht so wach sind, wie sie sein sollten. Ich streife durch den Regaldschungel, auf der Suche nach einem NESCAFE EXPRESS. Vorbei an Mineralwasser und Milch komme ich in die Gegend der gekühlten Fertig-Getränke. Hat Edeka einen Vertrag mit Müller? Denn außer der sehr süßen, doch genau deshalb nicht frühstückstauglichen Vanilla-Müller-Milch kann ich nichts entdecken. Es ist noch früh, ich entscheide, dass ich genug Geld habe, um mir einen heißen Kaffee zu gönnen (von Dunkin Doughnuts, doch meine Liaison mit dieser Kette ist eine eigene Geschichte wert). Ich gehe auf die Kasse zu. Kasse 1: Herr gesetzteren Alters, packt Dose um Dose Ravioli aufs Band. Ich will ihn nicht umwerfen. Kasse 2: Junger, dynamischer Student. Hört Musik. Ich will nicht schreien, und er hört mein „Entschuldigung bitte…“ nicht. Kasse 3 (die extrabreite): Zwillingswagen. Kasse 4 oder Kasse 5? An Kasse 5: Frau mit mehr Hintern als alle anderen Kassen zusammen. Ich will nicht quetschen. Bin ja selbst auch keine Spaghetti. Kasse 4 ist zwar besetzt, doch sie zählt Geld, und es steht nur ein Einkaufswagen im Weg. Ich ziehe daran. Ihre Augen blitzen mordlustig auf. „Stehenlassen“, blafft sie. Ich simuliere Musik in meinen Ohrhörern und ziehe weiter. Sie fährt ihre Krallen aus. „Der steht da mit Absicht“, blafft sie weiter. Ich ziehe den Ohrstöpsel. „Entschuldigen Sie bitte, aber ich möchte nur raus“, erkläre ich, und ziehe weiter. „Würd ich da was hinstellen wenn du da rauskönntest?“ brüllt sie, und brüllen meine ich ernst. Kasse 5 glotzt, Kasse 3 auch. Ich seufze. Ich ziehe den Wagen noch weiter, aber als sie zu Knurren anfängt wie ein blutwitternder Terrier, wechsele ich zu Plan B. „Entschuldigen Sie bitte“, wende ich mich an Frau Hintern. „Kann ich mal durch?“ Wir quetschen, ihr Arsch an meinem Bauch, beim Umdrehen ihr Busen in meinem Gesicht. Sie lacht. Ich lache. Und sogar Kasse 5 lacht. Kasse 4 nicht. Aber es ist ja auch nicht früh. Da ist wahrscheinlich jemand nicht gut aus dem Bett gekommen.

 

gesehen: Ponyo – Das große Abenteuer am Meer 24. September 2010

Filed under: gesehen — honigfee @ 22:34
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heute morgen, 10.00 Uhr, Kino 5: Ponyo. Genauergesagt: Ponyo – Das große Abenteuer am Meer.

Meine Erwartungen waren hoch, immerhin geht es hier nicht um irgendeinen beliebigen Zeichentrickfilm – oder besser – Anime, sondern um ein neues Meisterwerk aus der Feder Hayao Miyazakis, produziert in den Ghibli-Studios.

Brunhilde ist ein Goldfisch, aber auch Tochter der Göttin des Meeres, und als sie eines Tages menschliches Blut leckt, wird sie halb zum Menschen. Es war Sosukes Blut, der sich an einer Scherbe schnitt, als er Brunhilde aus einem Glas befreite. Die entflammt sofort für den schmucken 5-jährigen, der sie „Ponyo“ tauft. Sie entfacht all ihre Zauberkräfte (und nebenbei einen heftigen Sturm), um sich Hände und Füße zu erschaffen. Und nur Sosuke kann diesen Sturm beenden und Ponyo endgültig zu einem Menschen machen…

Leider wird in Deutschland ja permanent alles, das keine realen Schauspieler enthält, gleich als Kinderfilm abgetan (abgesehen von „Werner“ und anderen niveautechnischen Glanzstücken), was dem Film sicher nicht gerecht wird. Er erzählt ein modernes Märchen, das auch durch meine beinahe erwachsenen Augen in eine wunderschöne Welt entführt und für 100 Minuten ein bisschen Platz zum Träumen schafft. Die süße Hauptcharaktere, allen voran Ponyo, lassen mich nur zu einem Schluss kommen: Ich will auch einen Goldfisch, der wie ein Mädchen aussieht. Und dann hoffe ich jeden Tag, dass er anfängt zu sprechen…

Den Theme-Song habe ich übrigens jetzt als Klingelton. Sowas Goldiges gibt es in den Charts zur Zeit mit Sicherheit nicht!

 

kuss03

Filed under: grüße und küsse — honigfee @ 22:18
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einen kuss für meine freundin. die ist gerade betrunken. und feiern. ohne mich am fast-ende der welt.